Jan182009

North Seymour

Am nächsten Morgen hieß es dann noch einmal früh aufstehen: es stand ein letzter Ausflug auf die Insel „North Seymour“ auf dem Programm und das noch vor dem Frühstück. Und dieser Ausflug hat sich tatsächlich richtig gelohnt. Neben Seelöwen und Blaufußtölpeln haben wir zum Abschluss der Reise noch die balzenden Fregattvögel mit ihren roten, aufgeblasenen Kehlen zu Gesicht bekommen!

Dann wurden wir ein letztes Mal von Alberto und Jorge abgeholt, bevor wir unsere Kabinen räumen mussten und mit dem Bus zum Flughafen gebracht wurden.

Danach hieß es Abschied nehmen…

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Jan182009

Floreana

Am heutigen morgen erwartete uns ein Ausflug auf die Insel „Floreana“. Hier haben wir zuerst am „Cormorant Bay“ in einer Lagune die rosafarbenen Flamingos beobachtet.

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Später sind wir zu einem Strand gewandert an dem die Meeresschildkröten in der Nacht ihre Eier ablegen um dann wieder zurück ins Meer zu gehen. Man konnte die Spuren der Riesenschildkröten die in der letzten Nacht an Land waren noch genau sehen.


Die Entstehung der Geschlechter der Schildkröten ist auch äußerst interessant: bei Temperaturen über 28° C werden es weibliche Schildkröten, bei Temperaturen darunter werden es Männchen.

Außerdem gab es viel der knallroten Klippenkrebse zu sehen.

Als wir wieder an Bord waren mussten wir uns bereits für den Schnorchelausflug vorbereiten. Es ging zur „Devils Crown“ einer Felsformation mitten im Meer.
Und hier sind wir tatsächlich mit Haien geschnorchelt, das war für mich erstmal wirklich etwas beängstigend, da ich vorher noch nie einen Hai so in meiner Nähe hatte, aber der Kapitän, der mit uns geschnorchelt ist hat uns erklärt, dass diese Haie vollkommen ungefährlich sind.

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Und dieses Fleckchen war wirklich wie zum Schnorcheln gemacht. Wir haben unzählige verschiedene Fische gesehen, darunter auch viele Rochen. Es gab Seegurken, Seesterne, Seelöwen und viele weitere Meeresbewohner zu sehen und das Wasser war herrlich klar.

Auf dem Rückweg durfte ich dann eines der kleinen Motorboote zurück zur Yacht fahren, einmal über das offene Meer, das war ein Spaß!

Nachmittags bin ich mit der Crew an Land gegangen zum wöchentlichen Fußball Spiel. Jeden Donnerstagnachmittag treffen sich die Crews der Boote, die gerade in der Bucht von Floreana liegen auf dem kleinen Fußballplatz. Es ist wirklich ein lustiges Schauspiel, teilweise barfuß, teilweise mit Fußballschuhe, mit Trikot und ohne, ganz egal – es wird einfach gespielt – Regeln gibt es keine.
Das Ganze geht dann so lange bis entweder alle vorhandenen Bälle verschollen sind oder die Luft raus ist.

Nach dem Fußball Turnier stand wieder Programm an: Diesmal ging es zum „Post Office“.

Das Post Office auf Floreana ist eine hölzerne Box in der man Postkarten hinterlassen kann. Das Besondere daran ist, dass auf den Postkarten keine Briefmarken sind. Jedes Mal, wenn Touristen am Post Office vorbeikommen, werden die Postkarten durchgegangen und diejenigen, die eine Karte mit einer Adresse in der Nähe ihres Heimatortes finden, nehmen diese Karte mit und werfen sie zuhause persönlich in den Briefkasten. Ein sehr schöner Brauch!

Als nächstes ging es in einen „Lava Tube“. Das war zuerst ein Loch in das man über eine brüchige Holztreppe einsteigen konnte. Es ging immer weiter bergab, es war stockfinster, kalt und rutschig. Unten gelangte man in eine Art Höhle die in einen Tunnel überging, der irgendwann bis zum Meer führt. Das war schon beeindruckend – es war solange niemand gesprochen hat totenstill…wirklich abenteuerlich!

Nach diesem Ausflug durften wir noch ein letztes Mal Schnorcheln und diesmal hatten wir das Glück nicht nur riesige Rochen zu sehen, sondern sogar Pinguine und zu meiner ganz besonderen Freude konnten wir sogar mit den großen Meeresschildkröten schwimmen! Diese Schildkröten sind einfach faszinierend, sie bewegen sich im Zeitlupentempo, langsam und gemächlich schweben sie durch das Meer – es war einfach ein Geschenk mit diesen Tieren gemeinsam schwimmen zu dürfen!

Abends gab es dann das Abschiedsdinner an Bord – es war wie beim Traumschiff!
Und dann konnte ich in der letzten Nacht auf dem Boot kein Auge zumachen, also lag ich in der Hängematte, die wir auf dem Sonnendeck aufgehängt hatten und habe die Sterne beobachtet. Zu meinem großen Glück war dann auch noch Vollmond, so war diese sternenklare, helle, letzte Nacht auf dem Schiff einfach der krönende Abschluss einer wunderbaren Reise!
Ich durfte ein letztes Mal am Steuer der Yacht stehen und unser Boot über das Meer fahren.

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Jan172009

Española

Am nächsten morgen lagen wir dann bereits in der Bucht von Española vor Anker. Auf unserem ersten Ausflug am morgen haben wir wieder unzählige Seelöwen gesehen, außerdem Landleguane, die dreifarbigen Meeresechsen (rot, grün und schwarz), Lavaeidechsen mit ihrer roten Kehle, sowie unzählige Rot- und Blaufußtölpel.

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Die beiden Highlights waren der Albatros den wir gesehen haben, sowie das Blowhole. Hier wird durch die Wellen, die an Land schlagen Wasser durch einen Lavatunnel gepresst und an anderer Stelle wie eine Fontäne wieder herausgeblasen – ein faszinierendes Schauspiel.

Von hier sind wir dann auf die andere Seite der Insel gefahren, ich durfte mal wieder das Steuer übernehmen und dann geschah das Wunder: Delphine – überall um unser Boot, unter unserem Boot Delphine. Wir konnten sie gar nicht mehr zählen. Ein Traum wurde war, ich war überwältigt, überall aus den Wellen tauchten sie auf und schwammen neben unserem Boot her.

Dann war das Schauspiel so plötzlich wie es begonnen hatte auch schon wieder vorbei.

Dafür wartete aber schon das nächste Wunder auf uns: Die Gardners Bucht.

Und diese Bucht ist tatsächlich das Paradies. Ein endloser Strand mit dem herrlichsten, weißen Sand, den man sich vorstellen kann und dann eine Seelöwenkolonie an diesem Traumstrand. Unvorstellbar!

Auch hier hatten wir wieder Zeit den herrlichen Strand zu genießen und Schnorcheln zu gehen.

Abends haben wir in genau dieser Bucht dann den wohl schönsten Sonnenuntergang von allen erlebt:

In der Nacht durfte ich dann zum ersten Mal nachts das Boot steuern mit der Hilfe von Radar und GPS – das war ziemlich spannend, der Kapitän hat mir alles genau erklärt, dennoch war es wesentlich schwieriger den Kurs zu halten als tagsüber, hat aber riesigen Spaß gemacht!

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Jan172009

Santa Fe

Nach dem Ausflug in die Highlands auf Santa Cruz begann dann die eigentliche Reise. Unsere Yacht die „Golondrina“ fuhr aus dem Hafen von Puerto Ayora aus und wir haben unsere erste Fahrt zur nächsten Insel Santa Fe auf dem Sonnendeck genossen. Meer, blauer Himmel, Sonnenschein, die frische Brise – es war einfach nur herrlich!

Dann durfte ich sogar zum ersten Mal ans Steuer der Yacht und bin bis in die Bucht geschippert, war gar nicht so schwierig 🙂

Nachmittags kamen wir in der Bucht vor Santa Fe an. Hier haben wir Schnorchelausrüstung bekommen und auf ging es ins Meer!

Auch wenn es in der Sonnen sehr warm war und die Außentemperaturen um die 30° C betrugen war das Wasser doch noch relativ kalt. Aber das hat uns nicht abgehalten, aus der Ferne konnte man schon die Seelöwen sehen und als wir dann so vor uns hin geschwommen sind tauchte doch tatsächlich plötzlich der erste neben uns auf. Da habe ich schon erstmal einen Schrecken bekommen, die männlichen Seelöwen sind ganz schöne Kolosse!!!

Später ging es dann wieder mit unseren beiden kleinen Motorbooten an Land. Diesmal stand eine Nasslandung auf dem Programm, d.h. die Boote sind nicht bis zum Strand gefahren und es gab auch keinen Landungssteg, sondern wir sind im seichten Wasser ausgestiegen und an Land gegangen.

Und am Strand haben auch bereits die ersten Seelöwen und Landleguane auf uns gewartet.

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Außerdem gibt es auf Santa Fe giftige Ratten die aussehen wie kleine Mäuse und die ich nicht sonderlich anziehend fand…die Insel selber wirkte durch die Trockenheit ein wenig wie eine Mondlandschaft, die einzigen Pflanzen waren wunderschöne, riesige Kakteen.

Eine weitere interessante Entdeckung waren die männlichen Seelöwen, die wir mitten auf der Insel vorfanden. Die Männchen kämpfen ständig um Revier und die Weibchen, wenn sie dann vom kämpfen erschöpft sind ziehen sie sich ins Innere der Inseln zurück um sich hier auszuruhen.

Und dann haben wir den ersten wunderbaren Sonnenuntergang auf Galápagos auf einem Schiff in einer Bucht vor Santa Fe erlebt – wie im Paradies…

Als dann die Sonne untergegangen war und die ersten Sterne am Himmel erschienen und sich der Mond zeigte dachte ich wirklich ich träume!

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Als ich dann in meinem Bett in der Kajüte lag wurde mir jedoch schnell wieder bewusst, dass ich nicht träume. Das Meer war relativ unruhig, ich dachte ich purzele jeden Moment aus meinem Bett heraus so sehr hat das Boot geschaukelt…irgendwann bin ich dann aber doch eingeschlafen.

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Jan172009

Santa Cruz

Gelandet sind wir auf der Insel Baltra, von wo es dann im Bus, im Boot und wieder im Bus auf die nach Isabela zweitgrößte Insel Santa Cruz gefahren sind.

Santa Cruz ist die bevölkerungsreichste Insel im Galápagos-Archipel und unser Boot die Yacht „Golondrina“ wartete im Hafen der Hauptstadt „Puerto Ayora“ auf uns.

Nachdem wir an Bord der Yacht unsere Mitreisenden kennen gelernt hatten (wir haben mit den Geschwistern Helena und Mikael aus Schweden auch direkt Familienzuwachs bekommen) und das erste wirklich wahnsinnig leckere Mittagessen zu uns genommen hatten (hier schwante mir schon, dass nach der anstrengenden Trekkingwoche außer Essen, ein paar Spaziergängen und Sonnenbaden an Deck nicht viel mehr auf uns warten würde) ging es dann los zum ersten Ausflug an Land: die Charles Darwin Station wartete auf uns!

Hier haben wir die ersten Eindrücke zu Fauna und Flora sowie den unzähligen auf den unterschiedlichen Inseln lebenden Spezies bekommen. Außerdem haben wir die ersten Riesenschildkröten gesehen. Sie erinnern wirklich an Wesen, die nicht in unsere Welt gehören, uralt und behäbig liegen sie in der Sonne und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Bevor es wieder an Bord ging hatten wir noch ein wenig Zeit Puerto Ayora, die größte Stadt auf den Inseln, zu erkunden.

Dann ging es zurück auf die Yacht, wo ein feines Abendessen auf uns wartete. Danach stand uns die erste Nacht in den wirklich winzigen Kajüten der Golondrina bevor.

Es war schon ein ungewohntes Gefühl auf einem Schiff zu übernachten, aber ich hätte es mir schlimmer vorgestellt. Nun hatten wir noch das Glück die erste Nacht im Hafen zu verbringen, da am nächsten Morgen erneut ein Ausflug auf die Insel Santa Cruz geplant war.

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Dieser Ausflug führte in die Highlands zu „Los Gemelos“. Hierbei handelt es sich um zwei ca. 30 m tiefe vulkanische Krater am höchsten Punkt der Insel Santa Cruz, auf Deutsch „Die Zwillinge“.

Diese Löcher entstanden durch eine vulkanische Explosion oder durch unterirdische Magma Kammern. Eine sehr interessante natürliche Gegebenheit. Ringsherum findet man eine Art Urwald mit vielen verschiedenen Vogelarten wie z.B. den Darwin Finches.

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Jan172009

Galápagos

In der zweiten Woche unseres Ecuadoraufenthaltes haben wir uns zum Entspannen eine Woche Bootstour auf den Galápagos-Inseln gegönnt.

Los ging es in Quito am nationalen Flughafen, der mir doch sehr chaotisch erschien. Daher war ich zuerst ein wenig skeptisch, aber dann hat dennoch alles gut geklappt und wir saßen im Flieger. Leider gibt es bei allen Flügen nach Galápagos einen Zwischenstopp in Guayaquil – der größten Stadt Ecuadors.

Zum Glück mussten wir hier nicht umsteigen, sondern konnten im Flieger sitzen bleiben. Nach ca. einer halben Stunde ging es dann weiter und nach einem ca. 3 stündigen Flug kamen die lang ersehnten Inseln in Sichtweite.

Wenn man dann so über die ersten Inseln fliegt ist es doch recht erstaunlich wie ausgestorben diese wirken. Könnte auch daran liegen, dass es noch relativ trocken war und so alles recht ausgedörrt erschien. Man konnte sich richtig vorstellen wie da unten in der gleißenden Hitze im roten Sand die Leguane und Schildkröten in den Himmel starren und auf die neuen Gäste warten.

Unsere eigentliche Reise sah dann aus wie folgt:

• Baltra: Ankunft am Flughafen
Santa Cruz: Puerto Ayora – Charles Darwin Station – Los Gemelos (Highlands)
Santa Fe
Española: Blow Hole – Gardners Bucht
Floreana: Punta Cormorant – Post Office Bay
North Seymour

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Jan172009

Silvester in Ecuador

Auch Silvester in Ecuador ist mit Sicherheit ein einzigartiges Erlebnis. Bereist Wochen vorher werden die Puppen vorbereitet und überall am Strassenrand verkauft, die in der Silvesternacht verbrannt werden.

Das ist eine ganz eigene Industrie und die Puppen, denene die Masken von Politikern oder anderen bekannten Persönlichkeiten verpasst werden, werden mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Schade, dass sie dann einfach verbrannt werden. Die Puppen sehenso aus:

Man findet sie an jeder Strassenecke in Massen, man kann sich nicht vorstellen wieviele dieser Puppen in der Silvesternacht tatsächlich verbrannt werden!

Es gibt auch die sehr kunstvoll gestalteten Politikerpuppen wie zum Beispiel diese:

Fast zu schade zum verbrennen…

In der Silvesternacht sieht es dann in Ecuadors Städten ungefähr so aus:

Jan172009

Klettern in Quitos Umgebung

Da ich am Tag nach der Besteigung des Cotopaxi immer noch nicht genug hatte bin ich mit unserem Guide Fredy bevor es auf die Galápagos Reise ging noch einen Tag zu Klettern gegangen.

Wir sind ein wenig außerhalb von Quito unterwegs gewesen, haben unterwegs noch ein paar seiner Freunde aufgesammelt und los gings.

Es waren nur ein paar Felsen an denen wir herumgekraxelt sind, aber für jeden Geschmack etwas dabei!

Und wir hatten auch begeisterte Zuschauer, die ähnlich wie auf den Bildern zugesehen haben wie wir abwechseln die Felsen unsicher gemacht haben.

Jan172009

Trekking: Cotopaxibesteigung 5.987 m

Das eigentliche Ziel unserer Reise war die Besteigung des COTOPAXI. Dies ist einer der höchsten noch aktiven Vulkane der Welt (der höchste ist „Ojos del Salado“ in Argentinien/Chile mit 6.887 m) und zweithöchster Berg Ecuadors mit 5.897 m.

Nur der Chimborazo ist mit 6.310 m höher, allerdings vulkanisch nicht mehr aktiv. Dennoch stellt auch dieser für mich definitiv ein interessantes und herausforderndes Ziel für die Zukunft dar, man muss ja noch ein paar Träume haben 🙂

Der Cotopaxi liegt an der Strasse der Vulkane, gehört zur zentralen Gebirgsregion Ecuadors und ist der höchste Berg der Cordillera Central. Nach ihm ist auch der 50 km südlich von Quito gelegene Nationalpark benannt. Dieser Park besteht aus einer wunderschönen Landschaft und beherbergt neben Wildpferden und Lamas auch Tiere wie den Puma und den Andenkondor. Ein weiteres landschaftliches Highlight ist der Vulkan Rumiñahui und die Limpiopungo-Lagune.

Nach der letzten etwas außergewöhnlicheren Trekkingtour auf den Kilimanjaro im September 2007 waren wir nun auf der Suche nach dem nächsten Ziel und haben uns für den ecuadorianischen Andengipfel Cotopaxi entschieden, da dieser eine neue Herausforderung bietet: einen Gletscher.

Nun verhält es sich mit dem Cotopaxi jedoch so, dass er in zwei Tagen relativ schnell zu besteigen ist, da man – anders al beim Kilimanjaro – relativ nah in den Nationalpark fahren kann und bereits auf über 4.000 m Höhe startet.
Im Gegensatz dazu konnte man am Kilimanjaro lediglich bis zum Eingang des Nationalparks fahren, startete dann auf ca. 1.800 m Höhe die eigentliche Wanderung und näherte sich über mehrere Tage hinweg stetig dem Gipfel. Von Tag zu Tag übernachteten wir in immer höheren Lagern, was zur Akklimatisierung beitrug. Außerdem haben wir einen Akklimatisierungstag eingelegt, an dem wir uns zu dem auf ca. 4.500 m gelegenen Lava Tower Hut begeben haben, dann aber wieder auf knapp unter 4.000 m übernachtet haben.

Diese Möglichkeit zur Akklimatisierung gibt es beim Cotopaxi nicht. Dafür hat man den Vorteil mit Quito als Ausgangspunkt schon von vornherein auf 2.850 m Höhe zu starten. Fliegt man nach Ecuador bietet es sich an entweder die im Andenhochland oder auch in der Sierra gelegene Hauptstadt Quito direkt oder die in der Costa oder auch Pazifikküstenebene gelegene und größte Stadt Ecuadors Guayaquil anzufliegen.
Wir haben uns, um den Höhenvorteil zu nutzen, für Quito entschieden. Alleine schon die Bewegung in der Stadt selber ist eine gute Möglichkeit sich zu akklimatisieren.
Außerdem empfiehlt es sich einige der unzähligen, weiteren in der Umgebung liegenden Vulkane zu besteigen, um sich an die Höhe zu gewöhnen und den Körper nicht zu überfordern.

Daher haben wir uns unsere Tour folgendermaßen zusammengestellt (und diese Zusammenstellung bieten auch die meisten Touranbieter an und sprechen die Empfehlung aus nicht ohne vorherige Akklimatisierung die Besteigung des Cotopaxi anzugehen, was ich in diesem Fall auch tatsächlich für ratsam halte und nicht nur unter dem Aspekt des Marketings betrachte):

1. Tag: Besteigung des Pasochoa (4.199 m)
2. Tag: Besteigung des Rucu Pichincha (4.698)
3. Tag: Camping am Fuße der Illinizas im „Campamento en la Virgen“ auf 4.650 m
4. Tag: Las Illinizas Norte (5.116 m)
5. Tag: Refugio Cotopaxi (4.800 m)
6. Tag: COTPAXI (5.897 m)

Unsere Gruppe bestand neben meinem Vater und mir aus zwei weiteren Personen: Joachim, ein Deutscher, der in der Schweiz arbeitet und Fintan, ein Londoner ungefähr in meinem Alter, der ein Jahr durch die Welt reist.

Am ersten morgen wurden wir von unserem Guide Franklin am Hotel abgeholt und los ging es in seinem roten Jeep in die Berge. Ziel der ersten Tour war der Pasochoa. Die Tour war landschaftlich wunderschön, leider hat aber das Wetter nicht ganz mitgespielt, so war es ziemlich bewölkt und fing gegen Ende auch an zu regnen. So war es nicht ganz so schlimm, dass wir vor Erreichen des Gipfels umdrehen mussten, da es meinem Vater gesundheitlich nicht so gut ging.

Umso besser war dann, dass er sich bis zum nächsten Tag so gut erholt hatte, dass die zweite Tour die Besteigung des Pichincha problemlos verlief. Der Pichincha ist Quitos „Hausberg“, er besteht aus zwei Gipfeln dem „alten“ Rucu Pichincha mit 4.698 m und dem „jungen“ Guagua Pichincha, der etwas weiter von Quito entfernt liegt und auch ein wenig höher ist. Der Rucu Pichincha war unser erster Gipfel zur Akklimatisierung. Man kann mit der Seilbahn auch „teleférico“ genannt von Quito bis auf über 4.000 m fahren und den Gipfel von dort aus in einer Tagestour besteigen. Früher war die Gegend um diese Gipfel sehr unsicher und es fanden oft Raubüberfälle statt, heute gelten beide Gipfel wieder als sehr sicher. Dieser Vulkan bietet sich gut als Einstiegstour an, da es keine technisch anspruchsvolle Tour ist und man sich so auf einer herrlichen Tageswanderung wunderbar akklimatisieren kann.

Weg zum Rucu Pichincha:

Blick auf Quito:

An Silvester ging es dann das erste Mal für über einen Tag auf Tour. Die nächsten vier Tage würden wir in den Bergen verbringen.
An dieser Stelle muss ich vielleicht erwähnen, dass es in Ecuador einen besonderen Brauch an Silvester gibt: bereits Wochen vorher werden überall Puppen verkauft denen die Masken von Politikern oder anderen bekannten Personen und Figuren verpasst werden. Diese Puppen werden dann an Silvester angezündet, so dass Ecuador in der Silvesternacht ein einziges Flammenmeer ist. Als wir uns auf den Weg zu unserer Campingstelle gemacht haben waren die Vorbereitung für das Silvester Spektakel schon in vollem Gange!

Wir haben noch ein letztes Mal in der Zivilisation Halt gemacht um in Machachi ein leckeres Mittagessen zu uns zu nehmen. Dann ging es in die Berge immer höher und höher…
Für das letzte Stück bis zum Ausgangspunkt mussten wir dann auch tatsächlich den 4WD des Jeeps beanspruchen, da der Weg so gut wie unbefahrbar war.
Endlich angekommen hieß es dann erst einmal Zelte aufbauen, was sich besonders bei dem großen Gemeinschaftszelt als gar nicht so einfach erwies, dennoch war es dann irgendwann tatsächlich geschafft.
Als nächstes sind wir zum Fluß gegangen um Wasser zu holen und die Forellen zu waschen. Danach haben wir ein leckeres Silvestermenü gezaubert: es gab eine Hühnchen-Gemüse-Suppe als Vorspeise und Forellen in Pilz-Sahne-Sauce.

-> zu den Rezepten
Das war ein Silvester das ich nie vergessen werde. Zuerst haben wir lecker gekocht, dann gab es um das neue Jahr zu feiern feinsten Champagner unter dem wohl schönsten Sternenhimmel, den man sich vorstellen kann!


Die Nacht im Zelt war ziemlich kalt, so war es auch nicht weiter schlimm, dass wir recht früh aufgestanden sind, um nach einem leckeren Frühstück die Zelte abzubrechen und uns auf den Weg zum Gipfel zu machen.


Die Tour auf den Illiniza Norte war schon wesentlich anspruchsvoller als die vorhergehende Tour. Immerhin ging es auf über 5.000 m und da wird die Luft dann doch bemerkbar knapp, besonders bei den Kletterpassagen, die am Ende kurz vor dem Gipfel warten.
Dennoch lohnt sich auch diese Tour, der Ausblick der uns erwartete war wirklich einzigartig schön!
Der südliche Gipfel, der Illiniza Sur ist 5.248 m hoch und von einem Gletscher bedeckt, daher ist er auch technisch sehr viel schwieriger und nur mit Gletscherausrüstung zu besteigen. Der 5.116 m hohe Nordgipfel Illiniza Norte ist hingegen ein reiner Felsgipfel.

Illiniza Norte 5.116 m:


Der Illiniza ist ein Schicht- Kegel- oder auch vom lateinischen strato (=Schicht) abstammenden Stratovulkan. Diese Art Vulkane ist durch ihre steile und spitzkegelige Form gekennzeichnet, sie sind – wie der Name schon sagt – aus abwechselnden Schichten von Lava und Lockermasse aufgebaut.
Was ich persönlich fast anstrengender fand als die Kletterei im Aufstieg war der Abstieg durch die Sand- und Geröllfelder. Dennoch eine lohnenswerte Tour.

Links Illiniza Sur, rechts der felsige Gipfel des Illiniza Norte:

Den abend und die Nacht haben wir im „Cuello de la Luna“ verbracht ein sehr uhriges Hotel am Eingang des Cotopaxi Nationalparkes mit offenem Kamin. Hier konnten wir noch einmal schön entspannen bevor es dann am nächsten Tag nach einem Besuch im Museum des Nationalparks mit einigen Erklärungen zum eigentlichen Ausgangspunkt der Cotopaxi Besteigung ging.

Der Ausgangspunkt ist ein bereits auf 4.500 m gelegener Parkplatz von dem aus der beschwerliche Aufstieg zur Hütte beginnt. Beschwerlich deshalb, da auf diesem Stück die gesamte Ausrüstung zum auf 4.800 m gelegenen Refugio „José Ribas“ getragen werden muss. So werden die 300 Höhenmeter die über eine steile Rampe zurückgelegt werden anstrengender als man anfangs denkt. Besonders der eiskalte Wind erschwerte uns den Aufstieg noch.


Im Refugio angekommen hieß es dann erst einmal Schlafplätze sichern, was in dem Lager mit den dreistöckigen Betten schon alleine eine Herausforderung darstellte!
Danach haben wir es uns im Refugio selber bei einem heißen Tee gemütlich gemacht, unser Guide Franklin hat gekocht und uns mal wieder eine herrliche Suppe gezaubert, als Hauptgericht gab es diesmal – wie könnte es vor dem anstrengenden Aufstieg anders sein – Spagetti Bolognese!
Beim Essen tauchte auch Fredy, unser zweiter Guide für die Gipfelbesteigung, auf. Da die eigentliche Gipfelbesteigung in der Nacht stattfindet und die komplette Tour über einen Gletscher führt ist es unabdingbar, dass jeweils zwei Bergsteiger mit einem Guide in einer Seilschaft gehen.

Nachdem wir uns von 19:00 Uhr bis Mitternacht ein wenig Ruhe gegönnt haben – an Schlaf ist in dem überfüllten Schlafsaal und dem um die Hütte pfeifenden Wind nicht zu denken. Wichtig ist nur dem Körper ein wenig Ruhe zu gönnen bevor der Kräfte zehrende Aufstieg beginnt.
Nach einer kleinen Mitternachtsmahlzeit zur Stärkung beginnt dann der Aufstieg. Das Refugio gleicht einem Bienenschwarm, unzählige Bergsteiger schwirren durch die Gänge, suchen nach ihrer Gruppe und ihrem Guide und rüsten sich für den Aufstieg aus.
Empfehlenswert ist ein Mehrschichten-System, um gegebenenfalls eine Schicht ablegen zu können.
Unverzichtbar ist eine gute Stirnlampe mit einem hellen Lichtkegel, um den Aufstieg in der Nacht bewältigen zu können.
Außerdem benötigt man einen guten Schlafsack für die Nacht, es ist sehr kalt im Refugio. Weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände sind Klettergurt, Pickel, Steigeisen und warme, wind- und wetterfeste Kleidung. Was ebenfalls sehr hilfreich ist, sind dicke, warme Handschuhe und eine Gesichtsmaske, da besonders während dem Aufstieg in der Nacht der eisig kalte Wind sehr unangenehm ist.
Der Aufstieg von der Hütte aus dauert ca. 6-8 Stunden. Die ersten 20 Minuten bis zum Gletscher werden noch ohne Steigeisen und Pickel zurückgelegt, die restliche Ausrüstung wie Klettergurt, Gamaschen und warme Kleidung empfiehlt es sich schon in der Hütte anzuziehen. Am Gletscherrand werden dann mit klammen Händen in der Eiseskälte lediglich die Steigeisen angelegt und Franklin hat meinen Vater und mich bei sich eingebunden, Fredy hat eine Seilschaft mit Joachim und Fintan gebildet.
Ab diesem Zeitpunkt ging es über den Gletscher beständig Berg auf…ganz langsam…Schritt für Schritt…im Lichtkegel der Stirnlampe nur die Füße des Vordermannes. Ich war so konzentriert auf meine Schritte, dass ich nicht oft Gelegenheit hatte aufzusehen. Wenn ich dies tat konnte ich über mir einen wunderschönen Sternenhimmel sehen und vor mir eine Lichterkette wie Glühwürmchen, die sich den steilen Hang hinaufschlängelte.

Und dann geht irgendwann das Gefühl für die Zeit verloren. Ein Schritt vor den anderen, die ersten Bergsteiger geben auf und kommen einem entgegen, es ist stockfinster, der eisige Wind bläst und nur die ständige Bewegung hilft einem dabei nicht ganz einzufrieren…
Glücklicherweise habe ich noch nie wirklich Probleme mit der Höhe gehabt, so kann ich eigentlich recht gemütlich den Hang hinaufstapfen und auf den Sonnenaufgang warten.
Und dieser kommt einem dann vor wie ein Wunder. Nach einem sechsstündigen Marsch durch die Finsternis wird es plötzlich hell, man erkennt die steile Gletscherwand die man hinaufläuft und sieht die anderen Bergsteiger um sich herum.

Und dann dieser atemberaubende Moment wenn die Sonne aufgeht über den Wolken, der Himmel strahlend blau, das Weiß des Gletschers glitzert im Sonnenlicht und blendet in den Augen.


Dann eine letzte Eisbrücke über eine tiefe Gletscherspalte und der Gipfel ist erreicht!
Wenn dies auch ein wenig ernüchternd ist, da es einfach nichts weiter ist als eine schneebedeckte Kuppe ohne Kreuz oder anderen Hinweis auf den Gipfel.
Aber es ist dennoch einfach überwältigend früh morgens nach dem nicht enden wollenden Marsch durch die Dunkelheit oben auf dieser Schneekuppe zu stehen und ins Tal hinabzublicken, über den Wolken und diesen Moment zu genießen.

Dann geht es auch schon wieder an den Abstieg. Und besonders diesen Ausblick und die Aussicht werde ich in meinem Leben nicht vergessen: der sich vor dem strahlend blauen Himmel abhebende und im Sonnenlicht glitzernde schneeweiße Gletscher und darunter die hügelige Landschaft des Cotopaxi Nationalparks – wie im Traum, einzigartig schön und eben einfach zum Heulen, mir wären wirklich fast die Tränen gekommen so überwältigt war ich von dieser Schönheit!

Dann stand uns noch der Abstieg bevor, der für manch einen nach dem Kräfte-Raubenden Aufstieg zum unüberwindbaren Hindernis wird.
Letztendlich haben wir es aber alle geschafft sowohl den Gipfel zu erklimmen als auch heil wieder im Refugio anzukommen. Ich war so aufgeregt und glücklich, dass ich trotz der Anstrengung nicht ruhig sitzen konnte.

Auf dem Rückweg haben wir noch einen kurzen Stopp an der am Fuße des Vulkanes Rumiñahui gelegenen Limpiopungo-Lagune gemacht bevor es zurück nach Quito ging.

Jan162009

Tipps zum Thema Sonnenschutz

Im Folgenden ein paar gute Ratschläge zum Thema Sonnenschutz in Höhenlagen und bei starker Sonneneinstrahlung:

1. Immer viel trinken!
Ganz besonders in der Höhe ist es generell wichtig viel Flüssigkeit und hierbei insbesondere Wasser zu sich zu nehmen.

2. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor!
Ebenfalls unabdingbar ist eine gute Sonnencreme. Es bringt nichts sich auf einen niedrigeren Lichtschutzfaktor zu verlassen und dann öfter nach zu cremen. Meine Haut ist sehr hell und so bin ich sowieso sehr empfindlich, daher greife ich lieber gleich zu einem relativ hohen Lichtschutzfaktor, für empfindliche Hauttypen empfehle ich mindestens LSF 25.
Ich hätte nicht gedacht wie stark die Sonne in Ecuador ist. Das Gemeine ist, dass es durch die Höhenlage recht kühl ist und man sich dadurch natürlich über jeden Sonnenstrahl freut, aber die frische Höhenluft und auch der Wind täuschen darüber hinweg wie die Sonnen dennoch erbarmungslos besonders auf Kopf und Gesicht herab brennt.
Also besonders das Gesicht und den Nacken gut eincremen und lieber gleich einen höheren LSF verwenden. Am besten zusätzlich auch eine After Sun Lotion mit einpacken, die tut der Haut in den Höhenlagen in jedem Fall gut!

3. Gute Sonnenbrille besonders auf dem Gletscher!
Was ich ganz besonders vermisst habe war meine Sonnenbrille. Da mir diese ebenfalls gleich am ersten Tag entwendet wurde weiß ich wovon ich spreche. Die Sonne ist so gleißend hell, dass einem bereits nach wenigen Minuten ohne Sonnenbrille die Augen wehtun. Daher ist eine gute Sonnenbrille unverzichtbar!
Besonders beim Trekking in den Bergen und Touren, die über den Gletscher führen sollte man also in jedem Fall eine gute Sonnenbrille parat haben.

4. Kopfschutz
Etwas, das mir fast am meisten aufgefallen ist, ist der Kopfschutz. Ich habe noch in keinem Land so viele Menschen mit den so genannten „Bandanas“ herumlaufen sehen wie in Ecuador. Ganz besonders in den Bergen sind diese sehr beliebt. Es gibt verschiedene Arten von Bandanas, am praktischsten sind die modischen Schlauchtücher, die auf 8 verschiedene Arten getragen werden können: als Art Schal, als Kappe, als Haartuch, als Haarband, usw.
Diese modischen Tücher sind eine gute Alternative zu normalen Caps und sind vielfältig nutzbar zum einen als Sonnenschutz als auch zum anderen in den Bergen als Stirnband oder Mütze gegen Wind und Wetter!

5. Shirts mit UV-Schutz
Was sich besonders auf Galapagos beim Schnorcheln als sehr hilfreich erwiesen hat sind Shirts mit UV Schutz. Gerade beim Schnorcheln, wo man sich zum Großteil an der Wasseroberfläche aufhält und die Sonnen in Verbindung mit dem Wasser wie eine Art Brennglas fungiert sind diese oft die Rettung.
Ein langärmeliges Baumwollshirt mit integriertem LSF 50 kann so den ein oder anderen schmerzhaften Sonnenbrand verhindern!